Künstliche Verknappung – Weniger ist mehr

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Die künstliche Verknappung lässt uns zu wahren Kaufrausch-Monstern werden! Wir können diesen Effekt aber auch persönlich nutzen!

Künstliche Verknappung im Marketing

Egal ob ein Handy, ein Auto oder ein bestimmtes Schuhmodell – manche Produkte sorgen dafür, dass sich vor Geschäften lange Schlangen bilden, oder der Bürgersteig auch schon mal zum Campingplatz umfunktioniert wird.

Der Grund dafür ist in vielen Fällen nicht das Produkt selbst, sondern unser Drang es unbedingt besitzen zu wollen – und das möglichst als erster. Oft erhöhen wir dadurch nicht nur den Wert des Produktes, sondern auch unser Selbstwertgefühl. Wir werden zu etwas Besonderem, wenn gerade wir etwas besitzen, dass nicht jeder haben kann.

Dies hat man im Bereich des Marketings schon lange erkannt. Dort gilt das alte Prinzip von Angebot und Nachfrage. Ist ein Produkt nur begrenzt verfügbar, steigt die Nachfrage und mit ihr natürlich auch der Preis.

Um diesen Effekt zu erzielen wird auch gerne künstlich nachgeholfen. Beispielsweise wäre es sicher kein Problem ein Handy schon bei Verkaufsstart in ausreichender Stückzahl zur Verfügung zu stellen. Eine Limitierung sorgt jedoch dafür, dass die Gier der Kunden angeregt wird, was dann einen höheren Preis rechtfertigt und die Nachfrage länger aufrechterhält.

Diese Limitierung erzeugt den Druck sofort aktiv zu werden, ohne ein Angebot genau zu prüfen. Nicht umsonst gibt es das mittelmäßige Notebook nur diesen Montag zu einem scheinbar günstigen Preis. Oder die Süßigkeit in einer bestimmten Geschmacksrichtung ist nur für kurze Zeit verfügbar. Eine logische Erklärung für diese Limitierungen gibt es nicht, aber sie sorgt dafür, dass unser Drang etwas zu kaufen angeregt wird.

Künstliche Verknappung persönlich nutzen

Diesen Effekt können sich Singles übrigens auch sehr gut zu Nutze machen. Statt damit hausieren zu gehen, wie lange man nun schon Single ist und nicht wahrgenommen wird, sollte man eher herausstreichen, dass man einmalig ist, es aber viele Interessenten gibt.

Aber Vorsicht! Künstliche Verknappung hat nichts damit zu tun, sich nicht mehr zu zeigen! Ganz im Gegenteil. Die Präsenz sollte immer gegeben sein und ist das A und O um unserem Gegenüber immer im Kopf zu bleiben. Dies hängt mit dem Effekt der bloßen Darstellung zusammen. Diesen besprechen wir aber in einem gesonderten Video.

Der Trick ist, zwar präsent, aber nur schwer eroberbar zu sein, denn dann ist auch das Single-Dasein nur für kurze Zeit.

Weitere Videos findest Du auf dem Empalogics-YouTube-Kanal, oder aber direkt hier!

Quellen

Zum Weiterlesen:
http://www.transfer-zeitschrift.net/cms/upload/PDFs_Artikel/2012/02_2012/transfer_02_2012_47-57.pdf
https://link.springer.com/article/10.1007/s11621-009-0031-8

Wissenschaftliche Quellen:
Berndt, R. (1996). Marketing: Käuferverhalten Marktforschung und Marketing-Prognosen. 3. Auflage. Springer: Heidelberg.
Werth, L. (2010). Psychologie für die Wirtschaft. Grundlagen und Anwendungen. Springer: Heidelberg.

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