Kognitive Dissonanz – Warum Du Dich selbst belügst

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Die Kognitive Dissonanz sorgt dafür, dass Du Dich manchmal selbst belügst.

Bevor wir zum eigentlichen Artikel kommen eine kleine Warnung vorweg:

Dieser Artikel enthält Äußerungen, welche Dich verärgern, oder Dir unangenehm sein könnten. Diese ist gewollt.
Es dient dazu, Dir einen psychologischen Effekt aufzuzeigen. Bevor Du also wutentbrannt wegklickst, lies bitte bis zum Ende. Danke!

Kognitive Dissonanz findet sich in vielen Alltagssituationen
  • Bist Du ein Fleischesser? Ja? Du akzeptierst also, dass ein Lebewesen für Dich getötet wird, welches in den meisten Fällen nicht einmal ein würdiges Leben führen dürfte.
  • Trägst Du gerade ein Kleidungsstück welches in Asien gefertigt wurde, vielleicht sogar von Kinderhänden?
  • Du schummelst ab und zu bei der Steuererklärung, auch wenn Du ganz genau weißt welchen wirtschaftlichen Schaden das zur Folge hat?
  • Du rauchst, obwohl erwiesen ist, wie sehr dies die Gesundheit schädigt?

Entspann Dich! Ich möchte Dein Verhalten gar nicht kritisieren oder bewerten. Ich bin mir aber sicher, dass während ich Dir diese Fragen gestellt habe, Du mindestens einen Gedanken hattest, der mit „Ja aber…“ begonnen hat.

Diesen Effekt nennt man in der Psychologie Kognitive Dissonanz.

Das perfekte Selbstbild

Keiner sieht sich gerne in Konfliktsituationen, schon gar nicht mit sich selbst. Aus diesem Grund neigen wir dazu eine gefestigte Meinung oder ein Verhalten zu verteidigen wie ein Löwe, insbesondere wenn eine Information auftaucht, die diesem widerspricht.

Oft ist uns eine kleine Lüge lieber, als ein Konflikt in unserem Kopf.

Nehmen wir noch einmal das Beispiel des Rauchers. Natürlich weiß er, dass rauchen der Gesundheit in hohem Maße schadet. Da diese Information aber im Konflikt zu seinem Verhalten steht, versucht er sich dies selber schön zu reden mit Aussagen wie:

  • Ich rauche gerne
  • Rauchen hilft mir mich zu beruhigen
  • Ich kenne Menschen, die haben ihr Leben lang geraucht und sind trotzdem über 90 Jahre alt geworden.

Je stärker wir von einer Ansicht oder einem Verhalten überzeugt sind, umso mehr verteidigen wir diese, auch dann wenn wir eigentlich wissen, dass andere Informationen zutreffender sind.

Um ein solches Verhalten zu ändern bedarf es einer Menge Disziplin und Kritikfähigkeit.
Schaffst Du es aber, Deine Überzeugung auch einmal zu hinterfragen und gegebenenfalls zu korrigieren, wird dies einen enormen Einfluss auf Dein Leben und Deine Wirkung auf andere haben.

Verschließe also nicht die Augen vor anderen Meinungen und Ansichten, denn es könnte sein, dass Du nicht immer richtig liegst.

Weitere Videos findest Du auf dem Empalogics-YouTube-Kanal, oder aber direkt hier!

Quellen

Zum Weiterlesen:
Festingers Theorie der Kognitiven Dissonanz
https://www.imageberater-nrw.de/ib-kompetenzbereiche/psychologie/hintergrundwissen-effekt-der-kognitiven-dissonanz-reduktion/

Wissenschaftliche Quellen:
Festinger, L. (1978). Theorie der Kognitiven Dissonanz. Huber Verlag Bern, 2012 (ISBN 978-3-456-85148-8), unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1978 (ISBN 3-456-80444-X), Verlag Hans Huber.
Knox, R. & Inkster, J. (1968). Postdecision dissonance at post time. Journal of Personality and Social Psychology, 8, S. 319–323.
Steele, C.M. (1988). The psychology of self-affirmation: Sustaining the integrity of the self. In: L. Berkowitz (Hg.): Advances in experimental social psychology, Vol. 21, 261–302.
Knox, R. & Inkster, J. (1968). Postdecision dissonance at post time. Journal of Personality and Social Psychology, 8, 319–323.

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