Kategorisierung – So bringst Du Dein Sexleben in Schwung

Indem wir eine Kategorisierung vornehmen, verbessern wir unser Sexleben.
Du kannst noch heute damit beginnen!

Bringen wir es direkt auf den Punkt:
Wie oft hast Du mit Deiner Partnerin oder Deinem Partner Sex?
Täglich? Wöchentlich? 1x im Monat? 1x im halben Jahr?

Beantworte diese Frage einmal nur für Dich.
Ich wette, dass die Zeitspanne größer wird, je länger Du mit einem Partner zusammen bist.
Es wäre möglich, dass Dein Freundeskreis, sich nichts Schöneres vorstellen kann, als mit Deiner besseren Hälfte die Kissen zu zerwühlen, Ihr aber lieber nebeneinander liegt und Serien schaut.

Habituation ist der Hauptgrund

Der Verlust von Attraktivität spielt in Beziehungen eine große Rolle!

Den Hauptgrund hierfür, haben wir bereits hier besprochen: Habituation.
Habituation, setzt nicht erst nach Monaten oder gar Jahren ein, sondern nach dem ersten Sex.
Als wäre das nicht schon schlimm genug, nimmt sie auch noch zu – von Mal zu Mal.

Mit jeder Wiederholung wird eine Sache für uns uninteressanter. Bevor Du jetzt aber in eine sexuelle Frustration verfällst, hier die gute Nachricht:
Wie oft sich eine Sache wiederholt hängt von Dir ab bzw. welche Kategorisierung Du vornimmst.

Hierzu gibt es ein Interessantes Experiment:

Man lässt zwei Gruppen von Probanden Gummibärchen unterschiedlicher Geschmacksrichtungen essen.
Die 1. Gruppe bekommt angezeigt, wie viele Gummibärchen sie schon gegessen haben.
Die 2. Gruppe bekommen zusätzlich die Information wie viele Gummibärchen sie in den einzelnen Geschmacksrichtungen gegessen haben.
Nach jedem Gummibärchen soll nun bewertet werden, wie hoch der Genuss war der beim Essen empfunden wurde.
Die 2. Gruppe – also die mit den Unterkategorien – empfand hier einen deutlich höheren Genuss, als die Gruppe die nur über die Gesamtzahl informiert wurde.

Woran liegt das?

Da sich die Probanden mit Unterkategorien auf die verschiedenen Geschmacksrichtungen konzentriert haben, empfanden sie das Essen als abwechslungsreicher.
Der Geschmack hat sich nicht so oft wiederholt und war daher genussvoller.
Sie haben auf mehr Details geachtet und stärker differenziert.

Was hat Kategorisierung aber jetzt mit unserem Sexleben zu tun?

Auch dies können wir durch kleiner gefasste Kategorien interessanter gestalten. So muss nicht jede Intimität gleich stumpf unter dem Begriff „Sex“ eingeordnet werden.

Schaffe Dir Unterkategorien wie:

Gute-Nacht-Sex, Mittagspausen-Quicky, Schaumbadkuscheln, Telefonsex, Guten-Morgen-Blow….Ich glaube Du weisst worauf ich hinaus will…
Vielleicht fallen Dir ja noch andere nette Unterkategorien ein.

Natürlich lässt sich dieser Trick auch auf anderen Dinge anwenden.
Statt nur zum Sport zu gehen, geht man z.B. Montags laufen, Mittwochs Schwimmen und Freitags macht man Rückentraining. Statt den Haushalt zu machen, wäscht man ab, man putzt die Fenster, man geht einkaufen usw.
So gestaltet man auch unangenehme Aufgaben interessanter und abwechslungsreicher.

Man kann aber auch ein Verhalten verändern. Hierzu dreht man die Methode einfach um.

Statt Schokolade zu essen, das Eis zu genießen und Pudding zu naschen, isst man einfach Süßigkeiten – immer wieder Süßigkeiten.
Das wird dann auf Dauer ziemlich langweilig.

Weitere Videos findest Du auf dem Empalogics-YouTube-Kanal, oder aber direkt hier!

Quellen

Wissenschaftliche Quellen:
Domjan, M. (2018). Habituation and sensitization. In: The essentials of conditioning and learning (pp. 27-41). Washington, DC, US: American Psychological Association. doi:10.1037/0000057-003
Hinde, R. (2970). Behavioral Habituation. New York: Cambridge Univ. Press.
Margraf, J. (1996). Lehrbuch der Verhaltenstherapie. Berlin: Verlag Springer. (Stangl, 2018).

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