Der Halo-Effekt – Mehr Schein als Sein?

Der Halo-Effekt hebt Deine besten Eigenschaften hervor. Doch wie funktioniert das genau?

So nutze Obama den Halo-Effekt

Kannst Du Dich noch daran erinnern, als Barack Obama das erste Mal Präsident der USA wurde? Zuvor hatte er einen Wahlkampf geführt der seines Gleichen bis heute sucht. Dabei nutzte er einen psychologischen Effekt , der wirksamer kaum sein kann:
Den sogenannten Halo-Effekt.
Halo kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Lichthof.

Wir sprechen vom Halo-Effekt, wenn eine Eigenschaft so stark herausgestrichen wird. Andere Eigenschaften rücken in den Hintergrund, selbst wenn diese eigentlich einen höheren Stellenwert haben müssten.

Ein durchaus attraktiver Mann betritt mit dynamischen Schritten die Bühne. In diesem Moment bewerten wir mehr den Schein der ihn umgibt, weniger aber seine Kompetenz. Wir sind jedoch geneigt genau dieses positive Auftreten wesentlich stärker zu werten. Ihm  wird Kompetenzen zugesprochen, über die er vielleicht gar nicht verfügt.

Sind wir erst einmal von einer positiven Eigenschaft überzeugt, fällt es uns wesentlich leichter, noch weitere Eigenschaften zu finden, die unseren Eindruck bestärken.

Den Halo-Effekt richtig nutzen

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass attraktiven Menschen viel schneller Begriffen wie Kompetenz und Erfolg zugeordnet werden, als solchen, mit denen es die Natur nicht so gut gemeint hat.

Dies gilt im Übrigen nicht nur für Menschen. Auch Produkte die ein besonders schönes Design haben können damit einige Schwächen wieder wettmachen. Da landen schnell mal die Schuhe, die zwar super aussehen, aber eine Nummer zu klein sind im Warenkorb, oder das Handy welches zwar bis ins Detail durchdesignt ist, aber bestenfalls mit Konkurenzmodellen von vor zwei Jahren mithalten kann.

Wir lassen uns von diesem Schein blenden. So treffen wir Entscheidungen, die rein rational kaum zu begründen wären.

Den Halo-Effekt umkehren

Der Halo-Effekt funktioniert aber auch umgekehrt. Menschen oder Produkte mit einer ausgeprägten schlechten Eigenschaft, bekommen von uns meist noch ein paar weitere schlechte Eigenschaften als Bonus hinzugedichtet.

Wer also fair bleiben möchte, sollte sich diesen Effekt ins Bewusstsein rufen. Besser ist es, zu versuchen nur nach den Fakten zu urteilen.

Für sich selbst kann man den Halo-Effekt natürlich auch nutzen.

Möchtest Du besonders von Dir überzeugen, macht es Sinn eine positive Eigenschaft hervorzuheben. Dies muss nicht zwangsläufig das Aussehen sein. Bist Du zum Beispiel ein humorvoller Mensch, kannst Du mit einigen clever platzierten und witzigen Anmerkungen Dein Gegenüber in den Bann ziehen. Dies klappt dann besonders gut, wenn Ihr den Humor auch teilt. Auch hier gilt das Ähnlichkeitsprinzip. Ein Artikel dazu findest Du hier.

Aber Vorsicht!
Übertreibe es nicht. Versuch zu scheinen und zu glänzen, aber nicht zu blenden. Willst Du nämlich etwas darstellen, was Du nicht bist, wird dies Dein Gegenüber sehr schnell merken.

Weitere Videos findest Du auf dem Empalogics-YouTube-Kanal, oder aber direkt hier!

Quellen

Wissenschaftliche Quellen:
E. L. Thorndike (1920). A constant error in psychological rating. Journal of Applied Psychology, 4, 25–29.
Forgas, J. P. (2011). She just doesn’t look like a philosopher…? Affective influences on the halo effect in impression formation. European Journal Of Social Psychology, 41(7), 812-817. doi:10.1002/ejsp.842
Forgas, J. P., & Laham, S. M. (2017). Halo effects. In R. F. Pohl, R. F. Pohl (Eds.) , Cognitive illusions: Intriguing phenomena in thinking, judgment and memory (pp. 276-290). New York, NY, US: Routledge/Taylor & Francis Group.
Zebrowitz, L. A., & Franklin, R. J. (2014). The attractiveness halo effect and the babyface stereotype in older and younger adults: Similarities, own-age accentuation, and older adult positivity effects. Experimental Aging Research, 40(3), 375-393. doi:10.1080/0361073X.2014.897151

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